Bau eines Streichinstrumentes
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Schwerin An folgenden Tagen haben wir in Schwerin geöffnet:
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Lübeck
Wir haben von Mo.- Fr. von 14 - 18 Uhr geöffnet, sowie nach Terminabsprache
Geigenbaumeister Haat- Hedlef Uilderks und seine Mitarbeiter hoffen auf eine gute Annahme dieser Zeiten und versprechen weiterhin eine kompetente und erstklassige Beratung und Arbeit.
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Regelmäßige Infos
Lübeck/Schwerin Durch diese Infos wollen wir allen an Streichinstrumenten interessierten Lesern Informationen zu folgenden Themen bieten:
- Infos zum Bau von Instrumenten
- Tipps zur Pflege von Geige, Bratsche und Co.
- Vermittlung von Sachkenntnis zur Bewertung von Reparaturen
- Bau eines Streichinstrumentes
Teil 1 Holzauswahl
Im Geigenbau dürfen nur alte, abgelagerte Hölzer Verwendung finden. In der Regel reichen circa 10 Jahre, wobei ein längere Zeit von Vorteil ist.
Für den Korpus werden vorwiegend zwei Holzarten verarbeitet:
- Bergahorn für den Boden, die Zargen den Hals und den Steg.
- Gebirgsfichte für die Decke.
- Zubehörbestandteile wie Griffbrett, Saitenhalter und Wirbel werden aus Harthölzern wie Ebenholz oder Palisander gemacht.
Alle Hölzer sollten natürlich abgelagert und nicht künstlich getrocknet werden .
Probleme des Winters
Der kalte Winter und die dadurch entstehende trockene Heizungsluft machen den Instrumenten so zu schaffen, dass Risse und offene Instrumente zu den häufigsten Reparaturen in den Wintermonaten zählen.
Die Luftfeuchtigkeit in geheizten Räumen geht mitunter unter 20% zurück. Da Geigen diese extreme Bedingung nicht mehr ausgleichen können, löst sich entweder die Leimverbindung zwischen Zarge und Decke bzw. Boden, was nicht so tragisch ist. (von Klappergeräuschen einmal absieht). Wenn diese Verbindung aber zu fest ist, kommt es zu Rissen in Decke und Boden, was immer aufwendige und kostenintensive Reparaturen nach sich zieht.
Folgende Tipps kann ich anbieten:
- Sorgen Sie für ausreichende Luftfeuchtigkeit in Ihren Wohnräumen. Nicht nur Ihre Instrumente, auch Ihre Gesundheit wird es Ihnen danken, wenn Sie sich einen elektrischen Luftbefeuchter kaufen. Trockene Raumluft erhöht die Anfälligkeit für Infektionen der Atemwege erheblich.
- Kaufen Sie einen sog. Dampit, einen Kunststoffschlauch, der feucht ins Innere des Instrumentes gehängt wird ( ab 8,96 Euro)
Sollte sich irgendwo ein Riss oder eine offene Stelle zeigen, gehen Sie möglichst umgehend zu Ihrem Geigenbaumeister, der zu verhindern weiß, dass der Schaden größer wird.
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Bau eines Streichinstrumentes
Teil 2 Aufbau
Die Innenform
Mit einer Innenform werden viele Instrumente gebaut . Sie kann immer wieder verwendet werden. Die Innenform entspricht dem Umriss der Zargen und weist sechs Klotzausschnitte auf. Die darin angehefteten Klötze werden dem Umriss entsprechend abgestochen und dienen der Befestigung der Zargen.
Die Zargen sind dünn gehobelte Brettchen (bei der Geige etwa 1mm) , die mit einem Biegeeisen heiß und feucht gebogen werden. Das Profil des Eisens entspricht dem Mittelbügel des Instrumentes . Es wurde früher mit Glut und wird heute elektrisch erhitzt . Die Zargen werden entsprechend der Innenform gebogen und an die Klötze geleimt.
Der Steg

Stegrohling
Der Steg ist das erste Bestandteil, welches die Schwingungen von der Saite auf den Korpus des Instrumentes überträgt. Daraus leitet sich schon seine große Wichtigkeit für den Klang eines Instrumentes ab. Für den Steg nimmt man abgelagerten Ahorn mit deutlicher Maserung (s.Abb.). Durch gezielte Auswahl von hartem oder weicherem Holz kann der erfahrene Geigenbauer den Klang eines Instrumentes verbessern.
So passt zu einem scharf klingenden Instrument eher ein weicheres Holz mit höheren Dämfungseigenschaften.
Ganz wichtig ist die hundertprozentige Paßgenauigkeit der sog. Stegfüße auf die Decke. Ist diese nicht gewährleistet, kommt es zu Störungen in der Schwingungsübertragung.
Die Form der Ausschnitte , die Holzdicke an den verschiedenen Stellen des Steges geben dem Fachmann/frau Möglichkeiten zu weiteren Klangkorrekturen. Überprüfen Sie selbst immer die Lage des Steges. Er sollte möglichst genau zwischen den Kerben der f-Löcher stehen und von der Seite gesehen senkrecht ( mit der zum Saitenhalter zeigenden Seite) zum Zargenkranz stehen. Durch das viele Stimmen neigt der Steg dazu, sich zu verziehen, daher sollte ca. 1 mal die Woche die Position überprüft und ggf. korrigiert werden (wie, zeigt Ihnen Ihr Geigenbaumeister).
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Wirbelleiden und die Stimmung
Immer wieder passiert es: entweder ein Wirbel sitzt so fest, dass er sich kaum bewegen lässt oder er rutscht, dass die Stimmung in den Keller sinkt. Ein gut funktionierender Wirbel muss zunächst einmal einige Voraussetzungen erfüllen:
- Er muss sehr gut passen. Die Löcher im Wirbelkasten werden in einem gleichmäßigem Konus geschnitten, in den der Wirbel sehr genau angepasst werden muss.
- Ein Wirbel will bewegt werden. Da die Wirbelseife hygroskopisch ist (sie zieht Wasser an), reagiert der Wirbel auf unterschiedliche Luftfeuchtigkeit durch veränderte Laufeigenschaften.
- Ein Wirbel braucht Pflege.
Dazu einige Tipps:
- Besorgen Sie sich reine Kernseife (möglichst schon älter) und normale Tafelkreide.
- Entfernen Sie eine(!) Saite und reinigen Sie den Wirbel vorsichtig mit etwas Spiritus, vermeiden Sie dabei unbedingt jegliche Berührung mit dem Lack Ihres Instrumentes .Reiben Sie jetzt kräftig den Wirbel mit der Kernseife ein .
- Drehen Sie nun den Wirbel mehrfach in seinem Loch. Es muss sich nun die Lauffläche des Wirbelkastens überall rund am Wirbel abzeichnen. Ist dies nicht der Fall, passt der Wirbel nicht gut genug und muss unbedingt nachgepasst werden.
- Wiederholen Sie das Einreiben mit Seife und das Drehen so oft, bis der Wirbel sehr leicht und geschmeidig läuft.
- Jetzt kommt die Tafelkreide an die Reihe. Reiben Sie die Lauffläche des Wirbels mit der Kreide ein und drehen Sie ihn mehrmals. Wiederholen Sie dieses solange bis der Wirbel fest , aber ohne zu ruckeln läuft.
- Ziehen Sie jetzt die Saite wieder auf (beachten Sie dabei die Stegneigung s.o.) und widmen sich dem nächsten Wirbel in gleicher Reihenfolge.
Lesen Sie doch auch, was andere Musiker zu diesem Thema zusagen haben: In unserem Forum plagen sich auch Leidensgenossen, aber es wird ihnen geholfen. Diskutieren Sie doch mit!
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Leserfragen
Sollten Sie Fragen zum Thema Streichinstrument haben, schreiben Sie uns, wir können Ihnen sicher helfen. Auch wenn Sie Tipps und Anregungen haben oder vielleicht auch einen interessanten Artikel zum Thema Instrument und Musik
(vielleicht haben Sie einen Geheimtip für eine neue CD ect.),lassen Sie es uns wissen. Fragen stellen
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Bau eines Streichinstrumentes
Teil 3 Der Boden
- Der Boden besteht in der Regel aus Ahorn. Wir benutzen entweder geteilte Böden, die dann in der Mitte zusammengefugt werden oder einteilige Böden. Geigenböden sind an ihrer höchsten Stelle etwa 15- 16 mm dick .
- Der Boden wird nun entsprechend dem vorgegebenen Umriss ausgesägt und gewölbt. Das Wölben erfolgt mit im Profil runden Stechbeiteln, mit Wölbungshobeln, kleinen Messinghobel mit runder Sohle sowie mit eigens dafür angefertigten Ziehklingen zum letzten Glätten .

- Nach Fertigstellung der Wölbung wird die sogenannte Hohlkehle gestochen , eine parallel zum Rand verlaufende Rinne . In der Hohlkehle wird der Graben für die Einlage ausgehoben . Die Einlage besteht aus einem dreiadrigen Holzspan, bei dem ein heller Span von zwei dunklen umfasst wird . Die Einlage hat nicht nur Zierfunktion, sondern verhindert vor allem bei der Decke Rissbildung .
- Der Boden wird dann mit den gleichen Werkzeugen wie zur Wölbungsherstellung auf Stärke gearbeitet. Die Stärken richten sich nach der Festigkeit des jeweiligen Holzes und haben bei zwei Instrumenten nur selten die gleichen Maße . Die Dicke des Bodens hat einen großen Einfluss auf den Klang.
- In den Zargenkranz werden die Reifchen eingepasst, schmale Holzleisten, die zur Vergrößerung Leimfläche von den Zargen zum Boden bzw. zur Decke beitragen .
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Hilfe, mein Bogen haart und greift nicht mehr !
Wenn man das Gefühl hat, dass immer mehr Kolophonium nötig ist, um die Saite zum Schwingen zu bringen, liegt es meistens daran, dass die Haare abgespielt sind.
Unter dem Mikroskop kann man am Bogenhaar deutlich kleine Schuppen erkennen, die dann in Verbindung mit dem Kolophonium die Saite zum Schwingen anregen. Je nach Spieldauer und Intensität werden diese Häkchen durch die mechanische Reibung abgenutzt. Selbst wenn noch alle Haare vorhanden sind, der Bogen muss neu behaart werden.
Die Behaarung eines Bogens erfordert äußerste Sorgfalt. Die Wandstärke am Kopf des Bogens und am Frosch ist sehr gering und verträgt keine zusätzliche Belastung. Die Bogenhaare werden nach dem Zusammenbinden nur mit Holzkeilen in den dafür vorgesehenen Kästchen am Frosch und Kopf festgehalten. Diese Holzkeile werden nicht eingeleimt und müssen sehr genau eingepasst werden.
Schlecht passende Keile bergen nicht nur die Gefahr, dass alle Haare auf einmal herausfallen können, sondern, dass im schlimmsten Fall Kopf und Frosch reissen. Das kann ggf. die Zerstörung des Bogens bedeuten. Deshalb vertrauen Sie Ihren Bogen nur dem versierten Geigenbauer an. Wenn Sie den Bogen mit den neuen Haaren zurückbekommen, begucken Sie sich ruhig mit kritischem Blick die gefährdeten Stellen und weisen Sie sofort auf evtl. Mängel hin.
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Bau eines Streichinstrumentes
Die Decke
- Die Decke besteht aus Gebirgsfichte und ist in den meisten Fällen aus zwei Teilen zusammengefugt (s . a .Boden ).
- Das Wölben geschieht genau wie beim Boden, nur dass die Deckenwölbung oft etwas höher und von der Anlage her langgestreckter ist .
- Die Decke wird, wie der Boden auch, eingelegt und ausgearbeitet. Hierbei sind die Stärken und deren Verteilung ausschlaggebend für den Klang des fertigen Instrumentes.
- Nach Fertigstellung der Ausarbeitung bekommt die Decke ihre F - Löcher und den Baßbalken .
- Bevor die Decke aufgeleimt werden kann, muss natürlich die Innenform herausgenommen werden. Nach dem Schließen des Korpus werden die Ränder des Instrumentes sanft verrundet und der Untersattel in die Decke eingepasst .
Meine Geige glänzt nicht mehr
Tipps zur Behandlung von Lack auf Geige und Bögen:
- Sie sollten Ihr Instrument nach jedem Spiel mit einem weichen fusselfreien Tuch und mögl. auch die Bogenstange abwischen. So erhalten Sie Ihren Lack und eine weitergehende Reinigung ist nur selten erforderlich. Hat sich der Kolophoniumstaub mit dem Lack verbunden, fühlt sich dieser sehr rauh an und sieht matt aus.
- Hier kann jetzt nur noch der Fachmann helfen, denn käufliche Reinigungsmittel dienen nur der Pflege von Lack . Sie können verkrustete und rauh gewordene Lacke nicht mehr auffrischen.Ein neues Tuch, das Miracle-Tuch, hilft allerdings auch bei hartnäckigen Verschmutzungen, ohne den Lack anzugreifen.
- Ein häufiges Problem findet sich noch an der sogenannten Handstelle der oberen Diskantzarge. Durch den Handkontakt greift sich der Lack ab und Schweiß kann in die Verbindung von Decke/ Boden und Zarge eindringen und zum Aufgehen der Geige in diesem Bereich führen.
- Auch der Holzgrund leidet sehr unter dem Eindringen von säurehaltiger Feuchtigkeit. Hier muss nach einer gründlichen Reinigung ein neuer Lackaufbau erfolgen und u.U. eine Spezialfolie angebracht werden.
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Kleine Saitenkunde
Man unterscheidet im Prinzip vier Arten von Saiten:
- reine unumsponnene Darmsaiten , die Ihren Einsatz heute bei Instrumenten finden, die Musik in historischer Aufführungspraxis spielen. Bekannte Hersteller: Fa. Pirazzi und Fa.Kürschner
- umsponnene Darmsaiten haben einen Darmkern, der mit verschiedenen Metalldrähten umsponnen ist( in der Regel Silber und Aluminium). Die höchste umsponnene Darmsaite ist die a -Saite . Die e-Saite ist immer eine Stahlsaite. Ausnahme siehe 1). Fa. Pirazzi stellt die bekannten Marken Eudoxa und Oliv her.
- umsponnene Stahlsaiten, bei denen der Stahlkern mit Metall umsponnen ist. Bekannter Hersteller: (Fa. Thomastik mit der Spirocore oder Superflexibel-Saite, bei Cello auch Jargar und Larsen)
- umsponnene Kunststoffsaiten, bei denen der Kunststoffkern ebenfalls mit Aluminium bzw. Silber umsponnen wird. (Hersteller: Thomastik mit der Dominantsaite, Pirazzi mit Tonica/Obligato und Evah.)
Welche Saite für welches Instrument ?
Es lässt sich keine generelle Aussage über die Zusammenstellung von Saiten sagen. Für jedes Instrument müssen Saiten probiert und optimal aufeinander abgestimmt werden.
Jeder der o.a. Saiten hat Ihre Vor- und Nachteile:
- Die umsponnene Darmsaite (z.B.Eudoxa und Oliv) zeichnet sich durch einen sehr edlen und kraftvollen Ton aus , reagiert aber auch unter Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen mit Verstimmen. Besonders die g- und d- Saiten werden bei Geigen sehr viel gespielt und oft mit Stahl- und umsponnen Kunststoffsaiten kombiniert.
- Die Stahlsaite ist bei den unteren Saiten der Violine die Anfängersaite, sie ist robust und hält sehr gut die Stimmung. Als Nachteil ist der oft metallene Ton zu nennen.
- Bei Cellisten und Kontrabassisten ist die umsponnene Stahlsaite die erste Wahl. Großer voluminöser Ton und Haltbarkeit zeichnen diese Saiten aus. Oft werden bei guten Cellisten folgende Saiten verwendet : c und g Spirocore Wolframumspinnung, a und d Saite Larsen oder Jargar. Larsen und auch Pirastro haben in den letzten Jahren auch sehr gute Alternativen zu den früher bei g und c Saite unangefochtenen Spirocoresaiten entwickelt. Larsen vor allen Dingen die neuen Wirecore g und c und Pirastro seine Evah-Pirazzi-Saiten
- Die Kunststoffsaite stellt einen Kompromiss zwischen Darm und Stahl dar. Sie hat einen Klang, der in Richtung Darmsaite geht und sie hält auch gut die Stimmung.
Gerne können Sie bei uns eine unverbindliche "Saitenberatung "bekommen . Oft haben wir sogar Probiersaiten , die kostenlos getestet werden können.
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Bau eines Streichinstrumentes
Teil 4 Der Hals
- Der Hals und die Schnecke bestehen aus einem Stück Ahorn.
- Dieser sogenannte Halsklotz wird zunächst auf das breiteste Maß der fertigen Schnecke gehobelt.
- Die breiteste Stelle befindet sich immer an den "Ohren" der Schnecke .
- Dann wird auf beiden Seiten der Umriss aufgezeichnet und entsprechend ausgesägt .
- Die Schneckenwindungen werden mit den Halseisen geformt .
- Die Halseisen bestehen aus acht bis zehn Beiteln, die immer zu dem jeweiligen Radius der Schneckenwindung passen.
- Um den fertigen Hals in den Korpus einpassen und einleimen zu können, wird in den Oberklotz ein Ausschnitt eingearbeitet.
- Der Halswinkel und das Griffbrett bestimmen durch den Winkel, mit dem der Hals eingepasst wird, die Steghöhe.
- Dem Hals wird nach dem Aufleimen des Griffbrettes eine dem Spieler angenehme Form gegeben .
Hilfe, meine Geige klappert!
Oft kommen Kunden, die an Ihren Instrumenten diverse ungewollte Geräusche hören wie Schnarren, Klappern, Sirrtöne etc...
So können Sie zunächst selbst versuchen, deren Ursachen zu finden:
Das Geräusch lokalisieren:
- Ein metallenes Sirren hat als Ursache oft in einer defekten Saitenumspinnung einer. Dies kann z.B. durch einen Schrumpfungsprozeß des Saitenkerns entstehen.
- Überprüfen Sie die Obersattelkerben:

- Liegt die Saite nicht vollständig in der Kerbe, kommt es zu Eigenschwingungen in diesem Bereich. Wenn Sie die Saite fest in die Kerbe drücken und das Nebengeräusch verschwindet, haben Sie die Ursache gefunden.
- Der Feinstimmer hat eine Schraube locker:
- Sollte das Geräusch immer noch zu hören sein, sehen Sie sich einmal die Feinstimmer an. Sind Sie fest montiert oder lassen sich die Rändelmuttern zur Befestigung am Saitenhalter noch fester ziehen? Liegt der Kinnhalter auf dem Saitenhalter auf?
- Meine Geige öffnet sich:
- Es kann aber auch sein, dass das Instrument offene Stellen hat. Als erstes empfehlen wir, dass der Spieler mit dem Fingerknöchel sein Instrument zunächst im Randbereich vorsichtig abklopft und dabei versucht, anhand knisternder Geräusche, offene Stellen am Instrument zu lokalisieren. Sollte er damit Erfolg haben, muss das Instrument zur Untersuchung zum Fachmann gebracht werden, der die offenen Stellen in der Regel ohne größeren Aufwand leimen kann.
- Schwerwiegendere Ursachen stellen offene Risse an Decke, Boden oder Zargen dar. Auch hier kann man durch vorsichtiges Klopfen oder sorgfältiges Beobachten des oder der Risse genauere Aufschlüsse bekommen .
- Im letzteren Fall wird allerdings eine Reparatur aufwendiger und damit auch kostenintensiver werden.
- Klamotten ablegen:
- Treten die Nebengeräusche nur auf, wenn Sie persönlich auf dem Instrument spielen, empfehlen wir, sich nach und nach der Oberbekleidung zu endledigen, denn schon oft waren auch Knöpfe, Reißverschlüsse etc.. die Ursache für die merkwürdigsten Geräusche.
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Leserfragen:
Mein Griffbrett ist abgefallen, was kann und was darf ich machen ?
- Als erstes müssen Sie alle Saiten lockern und den Steg herunternehmen. Anderenfalls wird sich der Hals verzeihen, da er die Saitenspannung allein nicht halten kann.
- Unterdrücken Sie auf jeden Fall den Drang, in Ihrem Hobbykeller nach Klebstoff zu suchen und selbst Hand anzulegen. Im Geigenbau wird Heißleim verwendet, der sich für spätere Reparaturen wieder lösen lässt. Auch die exakte Ausrichtung des Griffbretts ist spieltechnisch und klanglich von so großer Bedeutung, dass der Selbstversuch fast immer immense Folgekosten nach sich zieht.
Beim Spielen bin ich mit dem Bogenfrosch in den Deckenrand gestoßen und habe ein Stück Rand stark beschädigt.
- Versuchen Sie unbedingt alle originalen Holzsplitter zu sammeln und zum Geigenbauer zu bringen, weil dann u.U. eine Reparatur kostengünstiger wird. Sonst müssten die beschädigten Teile in kompliziertem Verfahren durch neue Holzstücke ersetzt werden.
Auf meiner Geige entstehen an der unteren Deckenhälfte immer unerklärliche Lackbeschädigungen.
- Überprüfen Sie einmal, ob der Bogenfrosch die Decke Ihrer Geige berührt, wenn Sie die Geige in das Etui legen und den Deckel schließen. Oft sind auch die Bogenhalterungen im Etui schadhaft.
- Sind die Beschädigungen in der Nähe oder unter dem Saitenhalter, müssen Sie kontrollieren, ob evtl.. die Feinstimmer zuweit heruntergedreht sind und die Decke beschädigen. Sie sollten das Gewinde der Feinstimmer so kürzen( lassen), dass diese auch bei maximaler Einstellung die Decke nicht berühren können.
Mein Bogen lässt sich nicht mehr spannen.
Dafür kann es mehrere Gründe geben:
- Die Bogenhaare sind so lang geworden, dass die Froschmutter an die Begrenzung des Stangenkästchens stößt. Ein weiterer Versuch, den Bogen zu spannen, würde die Bogenmutter, die aus relativ weichem Messing besteht, so belasten, dass ihr Gewinde zerstört wird.
- Ob die Länge der Bogenhaare in Ordnung ist, können Sie überprüfen, indem man die Bogenschraube ganz herausdreht, den Frosch abnimmt und von Hand soweit spannt, dass die Bogenhaare leicht gespannt sind. Sie können nun erkennen, wieviel Platz noch zur Kästchenbegrenzung vorhanden ist und ob der verbleibende Spielraum genügende Reserve für ein ausreichendes Spannen bietet.
- Wenn sich das Schraubenbeinchen immer wieder lockert, so dass ein Spannen nicht mehr möglich ist, liegt das an der fehlerhaften Arbeit des Bogenherstellers:
- Das Stangenloch und die Bogenschraube müssen exakt gleich lang sein. Oft ist das Loch aber zu tief, so dass sich die Bogenschraube aus dem Beinchen heraus- und in das zu tiefe Loch der Stange hineindreht. Der Geigen- oder Bogenbauer muss die Bohrung zusetzen, denn bei gleicher Länge von Stangenloch und Schraube stößt die Schraube an das Ende des Loches an und das Beinchen kann sich nicht mehr lockern.
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Teil 5
Die Lackierung
Vor dem Lackieren wird auf das Instrument eine Grundierung aufgetragen , die das Eindringen des Lackes in die Holzporen verhindert . Die Grundierung schützt darüber hinaus das Holz auch dann noch , wenn der Lack schon abgenutzt ist .
Der Lack muss mehrere Kriterien erfüllen:
- er darf nicht zu hart oder zu weich sein und soll durch seine farbige Transparenz die Schönheit des Holzes betonen.
Ich benutze einen nur aus Naturprodukten selbsthergestellten Lack, dessen Bestandteile und Zusammensetzung aus einem alten italienischem Lackrezept des frühen 18. Jahrhunderts stammt. Dieser Lack wird in etwa 10 - 16 hauchdünnen Schichten mit einem Pinsel aufgetragen und erreicht in kurzer Zeit seine endgültige Konsistenz .
Unterschiede zwischen der heutigen und Stradivaris Handwerkstechnik
Die Holzbearbeitung unterscheidet sich in keiner Weise und auch das " Innenleben " einer Stradivari ist mit einem heutigen Instrument durchaus vergleichbar. Dazu muss man wissen, dass sich fast alle Instrumente aus der Zeit bis etwa 1820 nicht mehr im originalen Zustand befinden. sind. Sie mussten vielfältige Umbau- oder Modernisierungsarbeiten über sich ergehen lassen und klingen heute bestimmt deutlich anders als zu Stradivaris Zeiten. Die Geigen von Stradivari hatten alle einen kürzeren Hals, der nicht in den Oberklotz eingelassen war, sondern aufgesetzt wurde. Zur Absicherung wurde er vom Korpusinneren zusätzlich mit Nägeln befestigt. Daraus kann man auch noch einen weiteren Unterschied folgern : da eine Absicherung des Halses von der Innenseite des Korpus erfolgte, musste der Hals vor dem Deckeaufleimen aufgesetzt werden. Den Baßbalken machten Stradivari und seine Zeitgenossen sehr viel zierlicher. Der Steg war niedriger und seine Höhe bestimmte allein ein stark keilförmiges Griffbrett. Griffbrett und Saitenhalter wurden furniert, d.h. auf ein leichtes Kernholz wurde eine dünne Schicht Hartholz aufgeleimt. Ein wichtigen Unterschied stellt die Besaitung der Instrumente dar, denn man spielte ausschließlich Darmsaiten. Somit kann man sagen, dass sich in einigen Teilbereichen die Reihenfolge der Arbeitsabläufe geändert hat. Diese Änderungen sind aber heute auch an allen im modernen Konzertbetrieb benutzten Instrumenten aus Stradivaris Zeit eingebaut worden, so dass sich eine Stradivari in erster Linie durch ihr Alter von einem erstklassigen modernen Instrument unterscheidet.
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