Nachrichten von Geigenbau Online..

Geheimnis des Lackes von Stradivari

von Haat-Hedlef Uilderks

Das Leibniz-Institut für
Analytische Wissenschaften – ISAS – e.V. hat mehrere Stradivaris untersucht. Hierbei wurden vor allem 2 Dinge herausgefunden, die unsere Einschätzung bestätigen.

Stradivari und damit sicher auch seine Zeitgenossen, nutzten damals alltägliche Substanzen der Malerei auch für ihren Lack. Als Farbstoffe fanden die Wissenschaftler Zinnober Eisenoxid und Cochinelle. Als Holzgrund fanden die Wissenschaftler, die die Instrumente mit Rasterelektronenmikroskop und der energiedispersiven Röntgen-Analyse.

Hierbei wurde auch festgestellt, dass  die untere Schicht keine tierischen Eiweiße und auch keine Wachse oder Gummen enthält.

 

Quelle: ISAS

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Kommentar von tarisio |

die wievielte "Lüftung" ist das jetzt schon, warum finden sich die Wissenschaftler und die "Experten und manche Geigenbauer, mit erhöhtem Selbstbewusstsein, nicht damit ab, dass die Geheimnisse diese genialen Meisters unergründlich sind und wie ich meine, auch bleiben werden. sicher war es nicht in des Meisters Sinn, sein Lackrezept für die Nachwelt zu hinterlassen,sonst hätte er es gewiss aufgeschrieben, in Ehrfurcht sollte man das auch respektieren.

Kommentar von Uilderks |

Ich gleube nicht, dass Stradivari überhaupt ein Lackgeheimnis hatte. Zu ähnlich sind die Lacke der Geigenbauer seiner Generation. Es dürfte vermutlich eher so sein, die die jeweiligen Geigenbauer die Grundsubstanz des Lackes nur farblich so verändert haben, dass er ihren Vorstellen entsprach. Nichts desto trozt ist es natürlich legitim, zu untersuchen, welche Substanzen sich in der Grundierung oder im Lack finden. Nur kommt erstes nur heraus, dass diese Substanzen auch heute noch verwendet werden und zweites wird es nicht dazu führen, entsprechend schöne Instrumente wie Stradivari zu bauen.
Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter als Sie. Ich finde, man qualifiziert den aus meiner Sicht "genialen" Geigenbauer Stradivari herab, wenn man den Eindruck erweckt, es bräuchte nur seinen "geheimen Lack" und schon könnte jeder Stradivaris bauen. Es würde ja auch niemanden einfallen, von einem herausragenden Maler zu behaupten, die Genialiät seiner Werke läge nur an seinen Farben...
Der Lack ist eben nur ein Bestandteil der komplexen Geige, Stradivari hat eben durch seine große Kreativiät geschafft alles nahezu ideal aufeinander abzustimmen. Und ob er sein Lackrezept aufgeschrieben hat, wissen wir nicht, vielleicht hat er ihm auch nur die Bedeutung zugeschrieben, die er tatsächlich hat.

Kommentar von roth |

Dem Kommentar von Uilderks möchte ich mich anschliessen.
Natürlich ist es eine interessante Frage, wie die Lacke alter Geigenbaumeister zusammengesetzt wurden.
Vertrete die Ansicht, dass nicht der Lack, sondern die Bauweise und die verwendeten Materialien
eine entscheidende Rolle gespielt haben dürfte. Interessant scheint mir auch die Tatsache, dass die Hölzer
welche über den Seeweg tranportiert wurden, über längere Zeit Jodhaltiger Seeluft ausgesetzt waren und so
die Mikrostruktur, das Gefüge des Holzes veränderten.
Im Zusammenhang mit der Bauweise kommt mir ein Gitarrenbauer in den Sinn, der beweisen wollte
welche Bedeutung dem optimalen Zusammenfügen der Teile zukommt.
Er hat eine Gitarre aus Bahnpalleten (Tanne) mit teilweise Löchern von Nägel gefertigt, welche unerwartet
gut geklungen haben soll. Abschliessen möchte ich noch auf die interessanten Versuche von Francis
Schwarze hinweisen, welcher Tonholz erst einer Pilzbehandlung unterzog um dessen Dichte zu verändern.
http://www.organische-chemie.ch/chemie/2008nov/geige.shtm

Kommentar von Uilderks |

Für die Streichinstrumente werden ja für den Korpus heimische Hölzer, wie Fichte und Ahorn verwendet.
Die Hölzer wurden vermutlich, je nachdem, wo der Abnehmer ansässig war, geflösst. Längere Zeit jodhaltiger Luft waren Sie vermutlich aber nicht ausgesetzt.
Ich bin der Auffassung, wenn die "alten" Meister ihre Instrumente ohne moderne Chemie und dem Einsatz von Pilzen so gut bauen konnten, muss es heute auch möglich sein...
Und der moderne Geigenbau tritt auch immer mehr den Beweis an, dass es gelingt ;-)

Kommentar von Björn |

Ich würde soweit gehen und behaupten, dass die damaligen Geigenbauer die Hölzer verwendet haben, die für sie erreichbar waren und geeignet schienen.... eben genau so wie sie es mit den Lacken gemacht haben. Nicht mehr und nicht weniger...
Es steckt einfach verdammt viel Feeling dahinter, das hat man oder hats eben nicht....
Aber dass eine Stradivari nicht das Nonplusultra ist zeigten bereits diverse Blindtests...
Die liebe Psychoaktustik und seine Auswirkungen... weil nicht sein kann was nicht sein darf...

Kommentar von Oliver Keller |

Stradivarius, der Altmeister hatte meiner Meinung das, was wenige Menschen auch haben - eine gewisse Begabung, die er zumindest auch in seiner Glaubensbestätigung erlebte. Der Wunsch und der Glaube etwas Besonderes zu machen, die Fähigkeit Materialien heraus zu hören und die Zugabe seiner ganz persönlichen Energie machte seine Geigen unsterblich... es gibt sicherlich viele Materialien, die er auch hätte nehmen können, um ein mindest so gutes Klangbild zu erwirken. Warum sind wir so voreingenommen und suchen sein Werk nur in den Materialien und der Bautechnik - dieser Mann war im Geiste und Können fähig uns die Tonalität näher zu bringen. Danke. [Link durch Admin entfernt]

Antwort von Haat-Hedlef Uilderks

Ob ein feinfühliges Materialempfinden etwas mit einer Glaubensbestätigung zu tun hat, vermag ich nicht zu beurteilen. Sicher waren die Geigenbauer im 18. Jhdt. vielmehr in den natürlichen Ablauf eingebunden, aber es ist keinesfalls so, dass dies nicht auch heute möglich wäre.  Zur Verfügung standen den damaligen Meistern auf jeden Fall in erster Linie ihre Sinne und Ihr Gespür für das Material, an den Instruemten der jeweiligen Geigenbauer kann man erkennen und hören, wie ausgeprägt dies war. Nicht zur Verfügung standen ihnen aber unsere physikalischen und chemischen Möglichkeiten, was eindeutig macht, dass es auch ohne geht !Lächelnd

Kommentar von Ferdinand Fleis |

http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/chemische-analyse-womit-stradivari-seine-geigen-lackierte-a-665260.html

Es wird ständig untersucht. Vielleicht wird man es rausfinden, aber es ist Stradivaris Lack. Ich denke, wir sollten selber mal was "Gescheites" zusammenmischen und experimentieren, dass man vielleicht selber etwas macht.

Kommentar von Franco R. |

Der Lack spielt eine untergeordnete Rolle.
Ausschlaggebend ist die Qualität des Holzes und die Bauweise.
Bekannterweise klingen auch nicht alle Staradivaris gut.
Das kann daran liegen, dass die Geigen und Cellis im laufe der Zeit unfachgemäss bis schlecht repariert wurden und von heutigen Spezialisten aufwendig restauriert werden müssen.
Oder der Meister hat auf der Suche nach dem Idealklang etwas ausprobiert was den erhofften Effekt hatte und dann verkauft wurde. In einem Blindtest übrigens schnitten Kopien von Namhaften Stradivari Geigen besser ab als eben die Originale.
Fazit, man kann es heute auch!
Aber der Name Stradivarius verzaubert hald schon. Auch mich.

PS: Instrumente von Stradivaris Zeitgenossen, Amati oder Guaneri sind den Stradivaris mindestens ebenbürdig.

Antwort von Haat-Hedlef Uilderks

"Fazit, man kann es heute auch!"

Seh ich aus soZwinkernd

Die Verarbeitung Ihrer Daten erfolgt im Rahmen unserer Datenschutzerklärung.

News archives

< März 2019 >
So Mo Di Mi Do Fr Sa
          1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30
31